karinsocke

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4 Monate danach...

Jetzt sind schon vier Monate nach der Rückverlegung meines Stomas vergangen. Möchte euch jetzt über meine derzeitige Verfassung berichten.

Nach anfänglichen großen Schwierigkeiten (über 30 Stuhlgänge pro Tag und Wundsein ohne Ende) hat sich dies inzwischen etwas eingependelt. Bin jetzt bei 5 bis 15. Immer wieder mal auch ganz schön wund, aber meistens nicht.

Es kommt überwiegend auf meine Kost an, muss da sehr aufpassen. Gewisse Lebensmittel gehen immer noch gar nicht, so wie Zwiebeln, Paprika, frische Tomaten, Äpfel, Hülsenfrüchte, Kraut, Fettes und Fritiertes und etliches, das ich erst nach dem Genuß registriere.

Essen in Gasthäusern geht sprichwörtlich immer in die Hose. Man weiß dort ja nie, was da alles in den Soßen z.B drin ist. Also essen wir meist zu Hause. Schade...

Und nun zum seelischen: Nach meiner Reha fiel ich ja in ein richtiges Loch, war fast dauernd am Heulen und erlebte den ganzen Krankheitsverlauf noch mal und zwar intensiv jede Nacht per Kopfkino. Das war echt hart und ich dachte schon, ich muss zum Psychoklempner.

Das habe ich aber jetzt so ziemlich überstanden und verarbeitet. Manchmal kommt es schon noch hoch, besonders an Tagen, an denen ich meine momentane körperliche Unzulänglichkeit durchleben muss und dann kein Weg an Medis vorbeigeht.

Bin auch immer wieder mal sehr vergesslich und irgendwie total ausgepowert. Dies sind m.E. Folgen der Narkosen und der Chemo.

Ich gelte ja jetzt als geheilt, weil der Krebs aus mir heraus ist. Jedoch würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass so eine Krankheit spurlos an einem vorbei gehen könnte. Menschen, die mich kennen, merken schon, dass meine vorherige Unbefangenheit und Fröhlichkeit ziemlich flöten gegangen ist. Soll aber nicht heißen, dass ich keinen Spaß mehr haben könnte.

Um dies jetzt nicht ganz so negativ stehen zu lassen: Meine Lebensqualität steigt langsam wieder an, jedoch braucht's halt viiiiel Geduld und Selbstdisziplin. Der körperliche Normalisierungsvorgang kann sich bis zu zwei Jahren hinziehen, wird aber wohl nie mehr so sein wie vor der Operation.

Und was mir auch noch hilft, ist unser wunderschönes Hobby Stricken und  meine lieben Freunde und Familie, die immer für mich da sind. Herzlichen Dank dafür!

6.5.11 09:38

Letzte Einträge: Eeeeeendlich!, Stirnband mit dem KG, Band 1 in Farbe vergriffen, Uff, das war wieder mal ein Schreck! , Frühlingspulli

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Barbara (6.5.11 20:31)
Nein Schätzle, ich drück dich.
Barbara


Annette (6.5.11 23:57)
Barbara hat den Nagel auf den Kopf getroffen: ich schließe mich voll und ganz an !!!
Danke Karin - einfach für DICH


ULL-Rike - Lukina / Website (8.5.11 19:56)
Liebe Karin,

pass auf, es wird eine Zeit geben, da wirst Du sagen:

Aaaah, meine Fortschritte sind ja enorm - wenn ich so an die erste Zeit zurückdenke ...
ja, es kann Jahre dauern, aber trotzdem geht es voran.
Du weißt, ich spreche aus eigener Erfahrung. Nach jeder großen "Geschichte" mit OPs und langer Nachbehandlung kann es zuerst gar nicht schnell genug gehen, doch man fokussiert mit der Zeit immer weniger auf das überstandene Trauma. Andere Dinge werden wichtiger, treten in den Vordergrund. Wie schön, dass es das Stricken gibt - so geht es auch mir.

Nein, wie vorher wird es nie mehr, aber auch ohne solche "Geschichten" ist nichts mehr wie vorher. Das Bindegewebe wird schlaffer, die Haut faltiger, der Gang verändert sich, auch die Stimme, die Haare werden grau etc. pp.
Der Unterschied ist nur, dass es unmerklich geschieht, Tag für Tag, in kleinen Schritten.

Blacky Fuchsberger sagt so schön in seinem Buch "Alt werden ist nichts für Feiglinge", dass er immer dann älter wurde, wenn das Leben ihm Schlimmes geschickt hat.

Älter werden wir auch ohne Schicksalsschläge, doch spüren wir den schleichenden Prozess nicht so deutlich.

Also, lass uns das alles als ganz normal betrachten und uns seelisch die Hände reichen - jeder Mensch hat seine spezifischen Päckchen zu tragen. Beim Auspacken bekommen wir manchmal einen Schreck, aber ein Leben ohne Päckchen hat es seit Beginn der Menschheit noch nie gegeben. Du machst das ganz richtig und öffnest Deine Päckchen nicht ohne andere Menschen, das puffert enorm.

In diesem Sinne wünsche ich Dir weiterhin alles Gute und sichtbare Fortschritte - oder zumindest eine feine Wahrnehmung dafür. Du schaffst das weiterhin ...

Herzliche Grüße - ULL-Rike - Lukina


Sibylle / Website (10.5.11 12:41)
Hallo Karin,

es ist ganz normal, wenn die Seele nach so einem Kampf schlapp macht. Ich bin sicher, auch dir wird es dann besser gehen, wenn du das momentane Tief ein paar Jahre hinter dir hast. Ich habe meine schwere Kinderzeit auch niemals vergessen. Depressiv bin ich nach der Transplantation geworden. Einerseits durch Cortison, andererseits musste ich mich auf völlig neues und vor allem ungewohntes Leben umstellen, was damals sehr viel Angst machte. Jetzt bin ich wieder an der Dialyse und ich fühle mich dort recht wohl, weil ich dort jetzt die Hilfe bekomme, um die ich Zuhause echt kämpfen muss, bzw. gar nicht habe...

LG Strickfloh